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1985 brach John Eliott Gardiner mit einer Produktion von Berlioz „Fausts Verdammnis“ in Lyon das fast hundertjährige Schweigen der Ophicleide im Orchesterbetrieb. Seitdem wollten viele Instrumentalisten, insbesondere Tubisten, wissen, wie sich die Vorgänger der Tuba (dies sind neben der Ophicleide auch Serpent und Baßhorn) eigentlich angehört haben und deren Wirkung auf den Orchester- oder Ensembleklang kennenlernen.


Auch mich hat das Interesse gepackt. Durch meine ständige Spielpraxis und mein zunehmendes Wissen über die Ophicleide, habe ich viele Informationen gesammelt, die ich über diesen Weg verbreiten möchte, mit dem Ziel, dem Instrument wieder seinen gebührenden Platz in der musikalischen Welt einzuräumen.

Kurzbeschreibung der Ophicleide

Der Name

  • zusammengesetzt aus:
    ophios griech. Schlange, das bezieht sich wohl auf den Vorgänger der Ophicleide, dem Serpent, und kleidos griech. Klappe was dann zusammengesetzt Schlange mit Klappen bedeutet.
  • Für die Ophicleide gibt es national verschiedene Schreibweisen:

 

Deutschland Ophikleide
England ophicleide
Frankreich ophicleïde
Spanien figle
Italien ofikleide

Bau

  • zwei Röhren, die wie beim Fagott durch einen Bogen miteinander verbunden sind
  • der Querschnittsverlauf ist durchgängig konisch
  • am kleineren Ende befindet sich das meist mehrfach gebogene Mundrohr, an dem das Mundstück sitzt
  • der Mundstückkessel ist entweder kessel- oder trichterförmig gestaltet
  • die 9 bis 12 geschlossenen Klappen sind an der Seite angeordnet, wovon die letzte am Schallstück stets offensteht

Klang

  • in der Tiefe, dem der Tuba ähnlich, voll und sonor
  • in der Höhe ähnlicher dem des Waldhorn
  • mischt sich hervorragend mit Blech- und Holzinstrumenten

Stimmung

  • meist in C tiefster Ton H
  • für frühere Militärmusik auch in Bb, tiefster Ton A
  • selteneres Bauarten als Altinstrument in As oder in Baßlage in Es oder F

Tonumfang

  • Eine B-Ophicleide erreicht als tiefsten Ton ein Kontra-A und eine C-Ophicleide eine Kontra-H. Als höchster Ton ist ein f1 garantiert möglich, je nach Tagesform auch ein b1.